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Sind Flüge in der Nacht mit Hänge- und Paragleitern zulässig?



In einer oberösterreichischen Zeitung wurde veröffentlicht, dass anlässlich des Silvesterabends mehrere Paragleiter mit bengalischen Fackeln geflogen sind. Dies war offenbar als Fremdenverkehrsattraktion gedacht. Auf entsprechenden Vorhalt, dass dies nicht zulässig sei, hat sich der Verein, der diese Flüge durchgeführt hat auf den Standpunkt gestellt, dass die gemäß § 24 der Luftverkehrsregeln die am 11. Dezember 2014 in Kraft getreten sind, zulässig sei. Die Rechtslage, die zugegebenermaßen nicht einfach ist, wurde insofern verkannt, als die Luftverkehrsregeln SERA in der EU-Verordnung Nr. 923/2012 geregelt sind. Bei den im Dezember 2013 in Kraft getretenen Luftverkehrsregeln handelt es sich um eine Verordnung, die unter anderem den nationalen Spielraum von SERA regelt. In SERA 5005 lit. c ist geregelt, dass Flüge nach Sichtflugregeln bei Nacht unter bestimmten Bedingungen durchgeführt werden dürfen, wenn dies die zuständige Behörde vorschreibt. Aufgrund der LVR wurden derartige Nachtsichtflüge prinzipiell als zulässig erklärt.

Die Bedingungen unter welche Nachtsichtflüge durchgeführt werden können, sind wieder in SERA festgelegt und zwar wie folgt:

·         Führung von vorgeschriebenen Lichtern;

·         Abgabe eines Flugplanes;

·         Sprechverbindung;

·         Mindestflughöhe 600 Meter über Grund.

Sämtliche diesbezüglichen Voraussetzungen wurden nicht eingehalten und haben schon in der Vergangenheit zu Verwaltungsstrafverfahren geführt, die für den Piloten aber deshalb glimpflich ausgingen, da dieser seitens der Polizei nicht identifiziert werden konnte.
(Text von Dr. Peter Schmautzer)


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